"Du bist ganz einfach über den Schatten deiner Ängste gesprungen und hast mir gezeigt, was du fühltest,
als ich schon so gut wie sicher war, dass die Mauer deiner Worte halten würde.
Schön war dein Sprung, unverhofft mutig und sanft, mitten ins Herz des befreiten Augenblicks."
-Hans Kruppa-
Die Bereitschaft in einer Beziehung wirklich "präsent" zu sein, sich einzulassen und in Kauf zu nehmen, verletzt zu werden, ist zugegebenermaßen eine äußerst mutige Absicht.
Die "unverbindlichen" Beziehungsmodelle unserer Zeit und die hohe Scheidungsquote geben Auskunft darüber, dass Werte wie Vertrauen, Selbstverantwortung und Durchhaltevermögen nicht an der Tagesordnung des Beziehungsalltags sind.
Alle wollen den "Traummann", die "Traumfrau" und vergessen dabei oft, sich selbst zu fragen ob sie selbst bereit sind, dafür zu sorgen ein "Traumpartner" zu sein.
Alles mag in Ordnung sein, bis zu dem Zeitpunkt an dem es an die eigenen "Knackpunkte" geht.
Das zuverlässige Feedbacksystem unserer Partner, uns aufzuzeigen wo unsere "Schwachstellen" in Sachen Selbstakzeptanz und Selbstreflexion liegen, ist ein ungebetener Gast in der romantischen Illusion vom bedingungslosen Miteinander.
Sich gegenseitig in seiner puren Echtheit und unbequemen Authentizität zu begegnen, setzt die Bereitschaft für Selbsterkenntnis und das Sprengen des eigenen Denk- und Handlungsrahmens voraus.
Jede Beziehung kommt früher oder später an "kritische Punkte" die Frage ist, entwickelt man sich gemeinsam über diese Punkte hinweg, oder werden sie zum unüberwindlichen Trennungsgrund.
"Wort halten!
Hand halten!
Zueinander halten!
Durchhalten!"
Viele Beziehungen werden vorzeitig beendet, weil das Paar keinen Ausweg aus den vorhandenen Konflikten sieht.
Gerade dann, wenn es beginnt spannend ( aber auch anstrengend) zu werden, steigen beide oder mindestens einer aus der Beziehung aus.
Emotionale Eskalationen, verbale Verletzungen, Vertrauensbrüche und scheinbar unüberwindbare Distanz sorgen für Frustration oder gar Resignation.
Beide, Mann und Frau fühlen sich missverstanden und die so dringende Kommunikation um das Wesentliche ist nicht mehr möglich.
Wortgefechte und Machtkämpfe münden in nicht enden wollende Diskussionen, ohne greifbare Lösung am Ende des langen Konflikt-Tunnels.
Die harte Probe des Beziehungsalltags fordert ihren Tribut.
In solchen Momenten der "Auswegslosigkeit" kommt es darauf an, nicht aufzugeben und Wege zu gehen, die bisher vielleicht noch nicht gegangen wurden.
Einer kann sein, sich Unterstützung zu holen durch ein Paarcoaching.
Der Coach oder Mediator, kann als "Übersetzer" und "Vermittler" dienen, wenn die Fronten verhärtet sind, neue, andere Perspektiven aufzeigen und hilft vor allem dem Paar, die eigene Beziehungsdynamik zu erkennen und ggf. zu verändern.
In den meisten Fällen wollen beide dasselbe, sich wieder verbinden, wieder verstanden und wirklich gesehen werden.
Klare Definition der eigenen und der beziehungsorientierten Werte helfen dabei, wieder mehr Gespür für das Wesentliche zu bekommen.
Zwanghaftes Autonomiebedürfnis und Fluchtimpulse, sind oft Ausdruck mangelnder Bereitschaft für eine tiefe Verbindung, die unser Ego verhindern möchte und uns blockiert.
Wir halten uns selbst auf Distanz, damit wir bei uns selbst nicht dort hinsehen müssen, wo es noch immer so sehr weh tut.
Lieber nehmen wir in Kauf, den Partner zu "beschuldigen" und bleiben in der selbstgemachten Endlosschleife aus Vorwürfen und Opferhaltung hängen, bevor wir zulassen uns wirklich tiefer zu reflektieren.
Selbst eine schmerzhafte und komplizierte Trennung wird in vielen Fällen der Selbstverantwortung für die bestehenden Konflikte vorgezogen.
Traumatische Erlebnisse und emotionale Verknüpfungen aus der Vergangenheit blockieren die Wahrnehmung in Bezug auf unseren Partner.
Projektionen alter Muster, belasten das Gegenwärtige Beziehungsklima und verzerren den Blick auf unseren Partner enorm.
Wir sehen nicht mehr wirklich mit wem wir es zu tun haben, sondern erschaffen regelrecht ein Spiegelbild unserer eigenen abgelehnten Emotionen und Verletzungen. Das Integrieren neuer Kommunikationskultur, Verständnis für die Ursache der Verletzungen und daraus resultierenden Reaktionen, sowie konkrete Absprachen, Definition der Werte und das Heranführen an die wirklich "wahren Gefühle" bilden Brücken für eine reife, aufrichtige und respektvolle Beziehung im Namen der Liebe.
Einer der wesentlichen Aspekte, um Glückseligkeit zu erfahren, ist die Qualität unserer Beziehungen.
Ein weites Feld der Möglichkeiten, das uns einlädt und herausfordert uns immer wieder Selbst im Spiegel zu betrachten und weiterzuentwickeln. Vorausgesetzt wir öffnen uns für ein Bewusstsein, das uns befreit, ohne den automatisierten Egomustern blind zu folgen und nur im Anderen die Fehler zu sehen.
Nach dem ersten Rausch der Gefühle in der Phase des Verliebtseins, nachdem sich unsere Hormone normalisiert haben, beginnt der Alltag schwer an dem mühsam erbauten Fundament aus Illusionen von Romantik und ewiger Harmonie zu rütteln.
Die Eigenheiten unseres Partners, die uns einst so verzückt haben, mutieren zu unerträglichen Mustern und das warme Klima anregender Konversationen verwandelt sich nicht selten in zynische Kritik und kühle Distanz.
Missverständnisse entstehen, sowie die Entgleisung unserer Wortwahl und unerfüllte Bedürfnisse führen zu Schuldzuweisungen und Vertrauensbrüchen.
Der Alltag lässt uns einschlafen, wir beginnen uns vor dem Anderen zu "verschließen" und landen in einer Sackgasse aus Enttäuschungen und Konflikten, die uns zunehmend die Kraft rauben, bis wir als Lösung nur noch den Ausstieg aus der Beziehung in Betracht ziehen.
Natürlich gibt es "ungesunde" Verbindungen und manche Beziehungen begleiten uns nur ein Stück weit auf unserer Reise zur "Bewusstwerdung" und lösen sich dann wieder auf.
Die meisten Beziehungen allerdings, werden frühzeitig beendet, gerade dann, wenn es im eigentlichen Sinne erst richtig beginnen würde.